Besuch der Tafel in Schwanewede

Bericht von Janine Schmidt und Simon von Hallen

Seit Jahren beliefert die Firma Henry Lamotte Food die Tafel in Schwanewede mit Konserven. Bestandteil einer Ausbildung bei der Henry Lamotte Gruppe ist der sogenannte Tafeldienst, das heißt, dass wir Azubis regelmäßig bei der Schwaneweder Tafel unterstützen. Unser Wunsch war es, sich den weiteren Verlauf der Kette genauer anzusehen und sich ein Bild zu machen, wo unsere Lebensmittel eigentlich hingehen. Wir beide haben uns also auf den Weg gemacht, um uns das Ganze einmal anzugucken. An einem kalten Freitagmorgen sind wir um 09:00 Uhr bei der Tafel in Schwanewede angekommen. Nach einer kurzen Begrüßung und kleiner Einweisung, durften wir uns Schürzen anziehen und die Wareneingänge sortieren. Als Erstes waren die Backwaren dran, die wir nach Art und Sorte sortiert und eingeräumt haben. Nach dem ersten Sortieren stellte sich natürlich die Frage, wo die Lebensmittel - neben unseren - eigentlich herkommen? Aufgrund eines Krankheitsfalls in der „Beschaffung“ trennten sich unsere Wege nun für die nächsten 1 ½ Stunden. Simon fuhr mit „Manni“ und Günther und besorgte Lebensmittel, währenddessen Janine sich weiter um die Vorarbeit kümmerte.

 

Simon von Hallen: Manni, Günther und ich machten uns in einem weißen Van auf den Weg um Lebensmittel für die Tafel zu besorgen. Die beiden Rentner, so wie die anderen Helfer, arbeiten ehrenamtlich und sind teils sogar selber bedürftig. Los ging es nun zum ersten Halt. Während der rund 30 minütigen Fahrt und vielen Geschichten aus der Jugend erreichten wir nun einen Aldi-Markt. Kaum Rückwärts an die Rampe angesetzt ging es auch schon los. Die Kisten waren vorbereitet und ich fragte mich, wieso die augenscheinlich guten Lebensmittel weggegeben werden? Der Marktleiter antwortete: „Wir sind an strenge Regularien gebunden. Umso schöner, dass wir die Lebensmittel nicht wegschmeißen müssen und etwas Gutes tun“. Nachdem wir rund 25 Kisten in den Van gepackt haben, ging unsere Tour auch schon weiter. Unser nächster Halt war ein Kürbishof, „etwas Besonderes“, so Günther. Wir luden nun eine Palette voller frischer Kürbisse in den Van und machten uns auf den Rückweg. Auf dieser Tour habe ich nicht nur gesehen, woher die Lebensmittel für bedürftige Menschen kommen, ich habe auch viel von Mannis und Günthers positiver Lebenshaltung in nicht so einfachen Lebenssituationen mitgenommen.
Janine Schmidt: Ich bekam die Aufgabe, Obst und Gemüse zu sortieren. “Sortiere das ein, was du in einem Supermarkt selber noch kaufen würdest“ war dabei das Motto. Über Orangen zu Kiwis und Blumenkohl war alles dabei. (FYI: Das weggeworfene Obst und Gemüse wird später noch von einer Büroarbeiterin auf den Bauernhof mitgenommen und an die Tiere verfüttert).

Die Tafel in Schwanewede hat dienstags und freitags geöffnet und versorgt rund 650 bedürftige Menschen mit Lebensmitteln. Einkaufen kann hier jeder, der einen Sozialpass besitzt, aus Schwanewede oder Bremen-Nord kommt und sich vorher angemeldet hat. Für einen Einkauf zahlen sie 3 € für Erwachsene und 1,50 € für Kinder. Zur Auswahl stehen dabei Obst und Gemüsesorten, Milchprodukte, Fleisch, Backwaren und Aktionswaren wie z.B. Kajalstifte, Süßigkeiten, Chips, Kerzen oder ähnliches. Für die Dosenware von HL Food hat die Tafel einen eigenen Raum, in dem sie die Dosen lagern. An einem der Einkaufstage werden einige Dosen geöffnet und in kleinere Plastikschalen für die Kunden abgefüllt. Um 14:30 Uhr kamen dann die ersten Bedürftigen. Damit nicht alle auf ein Mal kommen, werden sie nach Nummern aufgerufen. Um keine Ungerechtigkeit aufkommen zu lassen, wechselt die Reihenfolge der Nummern ständig. Wir haben mit einer anderen Mitarbeiterin Backwaren ausgegeben. An sich wie beim Bäcker: Die Leute kommen, geben ihre Bestellung auf und wir geben es raus. Der Tag neigt sich nun dem Ende. Wir haben viele Erfahrungen dazugewonnen und möchten uns hiermit nochmals bei der Tafel Schwanewede für die Einblicke bedanken.